Die Hörzentrale über „Fred im Land der Skythen“

Die Idee dieses märchenhaften Hörspiels ist ebenso einfallsreich wie simpel. Wie bringt man Kindern auf einfache Weise fremde Kulturen näher ohne sie zu langweilen. Ganz einfach: Man schreibt eine spannende Geschichte und produziert ein zauberhaftes Hörspielabenteuer. Auf eindrucksvolle Weise schafft es diese Produktion, ein längst vergessenes Volk wieder auferstehen zu lassen.

Die Hauptfigur in diesem Abenteuer ist der Junge Fred, der mitten in der sibirischen Steppe plötzlich auf zwei seltsam aussehende Personen trifft. Kolaxais und das Mädchen Argimpasa sind zusammen mit ihrem treuen Pferd versehendlich durch die Zeit gereist und nun 2500 Jahre in die Zukunft gereist. Die drei werden Freunde und Fred erfährt nun so aus erster Hand, wie das Volk von Kolaxais und Argimpasa vor langer, langer Zeit gelebt haben, lernt ihre Bräuche und Lebensgewohnheiten kennen. Ganz ungezwungen und mit einfachsten Mitteln erfährt der Hörer hier viele Informationen über das Nomadenvolk der Skythen. Die Machart ist somit für Kinder ideal, treffen hier doch Abenteuer und Wissen in einem tollen Hörspiel aufeinander.

Die Umsetzung ist ebenfalls sehr detailreich gestaltet. Schöne, stimmungsvolle Hintergrundmelodien runden das stimmige Hörspiel genauso ab wie die abwechslungsreiche Geräuschkulisse.

Bei den Sprechern merkt man allerdings, dass hier nicht wirklich Profis am Werk sind. Etwas hölzern und abgehackt wirken die Dialoge an manchen Stellen, doch die angesprochene Altersklasse wird das kaum stören. Am besten gefällt mir persönlich Remo Schulze als Fred Reinhard, der noch der authentischste der sechs Sprecher ist. Bei der Stimme von Freds Vater, gesprochen von Tino Blazejewski, hab ich hingegen das Problem, dass er mir für einen Vater viel zu jung klingt. Vergleichen mit Fred könnten beide im gleichen alter sein, rein nach der Stimme zu urteilen. Auch bei Nomadenmädchen Argimpasa hatte ich anfangs geglaubt, es handle sich um einen Jungen, und ich war doch sehr erstaunt, als sich Argimpasa schließlich als Mädchen herausstellte.

Doch das sind nur Kleinigkeiten, die auf das ganze Hörspiel übertragen, eine untergeordnete Rolle spielen. Für Kinder ist „Fred im Land der Skythen“ eine echte Empfehlung. Im illustrierten Inlay sind darüber hinaus noch einmal die interessantesten Informationen über das Nomadenvolk zusammengefasst.

Allen Eltern sei dieses Hörspiel ans Herz gelegt.
Farbenfroher und lebendiger kann Geschichte an die Kleinsten nicht vermittelt werden!

Anke Bokelberg, Die Hörzentrale (38/2008) >>

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