Lazy Literature über „Fred in Pergamon“

Kompakt
Die Mischung aus historischer Umgebung und einfallsreichem Helden macht das Hörspiel zu einem wahren Genuss. Nicht nur Kinder dürften sich hier gut unterhalten fühlen und mitfiebern, ob und wie Fred zurück in seine eigene Zeit kommt.

Inhalt
Fred und seine Klassenkameraden fahren für eine Woche in die Türkei, wo sie die Ruinen der griechischen Stadt Pergamon besichtigen. Fred ist fasziniert von den Resten der alten Kultur und ergreift eine Fackel, die er auf dem Burgberg entdeckt. Dadurch wird er in das antike Pergamon und in eine Zeit vor 2000 Jahren entführt, wo er auf Auge und Attalos trifft, in ihnen zwei neue Freunde findet, und den Weg nach Hause suchen muss …

Stil
Bereits die ersten Klänge machen neugierig auf mehr. Der Zuhörer wird durch ein knappes Musikstück eingefangen. Der Beginn der Geschichte führt sofort zu Fred und seinen Klassenkameraden, und durch einige Hintergrundinformationen wird die Grundlage  gelegt. Die Geräuschuntermalung macht es einfach, sich gedanklich auf den Burgberg von Pergamon zu versetzen. Die wechselnden Stimmen können einfach erkannt werden. Für Fred wurde mit Remo Schulze eine angenehme Stimme gefunden, der man gerne weiter lauscht. Auch die anderen seiner Freunde, die kurz vorkommen, werden individuell dargestellt. Ein Telefonat mit Freds Vater hört sich genauso realistisch an wie das Bellen von Hector, einem kleinen Hund aus Pergamon, oder das Aufwirbeln von Sand, dem sich Fred bei seinen Zeitreisen ausgesetzt sieht. Auge und Attalos spielen eine große Rolle und werden sehr schön durch Luise Bose und Dirk Petrick verkörpert.

Besonders gut gelungen ist auch die Inszenierung eines Pferderennens in der Geschichte. Da der Zuhörer die Ereignisse natürlich nicht sehen kann, wendet Birge Tetzner einen raffinierten Trick an, der hier nicht verraten werden soll, um nicht zu spoilern.

Insgesamt ist das Hörspiel ein hervorragender Einstieg vor allem für jüngere Zuhörer, um sich der Welt der Griechen auf interessante und neuartige Weise zu nähern. Tetzner nutzt nicht das altbekannte Athen oder andere Städte, die bereits in sämtlichen Veröffentlichungen verwendet wurden, sondern wendet sich dem faszinierenden Pergamon zu, das mit seinen architektonischen und kulturellen Einrichtungen einiges zu bieten hat. Wie nebenbei erfährt und lernt der Hörer zudem einiges über die griechische Götterwelt, ihre Rituale und ihren Alltag. Durch die Menge an Wissen und die gekonnte Darstellung eignet sich das Hörspiel jedoch auch für Erwachsene, die danach mit ihren Kindern die Inhalte weiter erforschen können, oder für Schulklassen, um die griechische Epoche mit etwas Schwung zu versorgen.

Aufmachung
Die CD befindet sich in einer CD-Hülle und ist dadurch stabil untergebracht. Das Cover zeigt eine Szene aus dem Hörspiel, die exakt so stattfindet. Auf der Rückseite sind eine Inhaltszusammenfassung, Pressestimmen und zusätzliche Informationen über Sprecher und Gestalter enthalten. Besonders schön ist das faltbare Booklet gelungen, das sich aus dem Deckel entnehmen lässt. Neben der Liste der Sprecher sind historische Daten zu Pergamon enthalten, die dem Hörer weitere Details verraten, sowie bei vollständigem Ausklappen eine Karte von Pergamon mit dem Gründungsmythos und einem Glossar, das Fremdwörter erklärt, zu sehen. In die Karte wurden wie mit Füller – vermutlich von Fred – in Schreibschrift Notizen eingetragen.

Julia Weisenberger, Lazy Literature >>

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