Lazy Literature über „Fred im Reich der Nofretete“

Kompakt

Wie bereits in seinen bisherigen Abenteuern hat Fred auch diesmal wieder einige Herausforderungen zu meistern. Zuhörer, die sich für die Zeit von Nofretete und Echnaton interessieren, sind hier perfekt aufgehoben und dürfen vor allem gegen Ende mitfiebern, denn da legt das Hörspiel noch mal ordentlich an Dramatik zu.

Inhalt

Fred und sein Vater besuchen Tante Eleanor, die im heißen Ägypten lebt und einen Ruf als etwas verwirrte Frau hat. Seit vor vielen Jahren ihr Vater von einem auf den anderen Tag verschwunden ist, wartet sie auf seine Rückkehr und hat ihre Bibliothek – den Ort seines Verschwindens – nahezu unberührt gelassen. Während Fred mit seinem Vater die Stadt Achet-Aton erforscht, kommt er den Gründen für das Verhalten seiner Tante auf die Spur – bis er sich eines Tages selbst in der Zeit Echnatons befindet und dort auf ein bekanntes Gesicht stößt. Doch ein Zeitreisender ist in Ägypten nicht gerne gesehen

Stil

Ein Musikstück führt in die Geschichte ein, danach beginnt sofort die Handlung, die durch die einzelnen Sprecher getragen wird. Fred, gesprochen von Remo Schulze, den viele aus seiner Rolle bei “Verbotene Liebe” (er spielte Timo Mendes) kennen dürften, klingt zwischendurch ein wenig erwachsen, aber man gewöhnt sich rasch an seine freche und überaus neugierige Art. Sein Hund Hektor ist ebenfalls wieder mit von der Partie, und Freds Eltern treten erneut auf den Plan. Besonders sein Vater ist durch die angenehme Stimme von Tino Blazejewski ein gern gehörter Charakter.

Tante Eleanor wird perfekt durch Barbara Adolph interpretiert, indem sie ihrer Stimme manchmal einen sanften Klang gibt, meist aber sehr streng und rigoros klingt. Eleanors unterschiedliche Stimmungen werden so wunderbar hörbar.

Ebenfalls herrlich gelungen ist die Beschreibung der verschiedenen Orte und Zimmer, in denen sich Fred befindet. Zwischendurch wird die Handlung durch den Erzähler Harry Kühn vorangetrieben, doch sehr oft sind die Darstellungen in die Dialoge eingefügt und das auf eine sehr interessante und niemals langweilige Art. Gerade die Bibliothek von Tante Eleanor oder auch die Beschreibung der Büste der Nofretete werden so direkt vor den Augen des Zuhörers lebendig. Wer das Glück hat, ein Bild gesehen zu haben oder diverse Darstellungen von Echnaton zu kennen, wird das ein oder andere Kunstwerk wiedererkennen – einfach indem er den Schilderungen lauscht.

Auch die Dialoge werden durch die lebhafte Vortragsweise und diverse Hintergrundgeräusche wunderbar umgesetzt. Gerade gegen Ende der Geschichte, von der es glücklicherweise ganze zwei CDs gibt, nimmt die Dramatik noch einmal zu, weshalb auch erwachsene Leser mitgerissen werden und für einen Moment vielleicht ihre Hand schon über der Taschentuchpackung schweben lassen.

Die Informationen über die ägyptische Lebensweise, ihre Bauwerke und ihre Götterwelt werden raffiniert in die Geschichte eingebunden, so dass man das Hörspiel um einiges schlauer beendet, als man es begonnen hat.

Leider geht jetzt die Warterei auf den nächsten Teil dieser großartigen Reihe los …

Aufmachung

Die zwei CDs sind in einer stabilen Plastikhülle untergebracht. Das beigelegte Booklet ist besonders schön gestaltet, indem es sich zu einer quadratischen Karte von Amarna entfalten lässt. Zusätzlich gibt es zahlreiche Informationen über die Unterschiede zu historisch belegten Personen im Gegensatz zu den im Hörspiel auftauchenden.

Julia Weisenberger, Lazy Literature >>

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