Leseweis über „Fred im Reich der Nofretete“

Prickelnd wie Sand unter den Fingern eines Archäologen

Bislang sind vier Hörspiele in Birge Tetzners durchweg begeisternder Reihe erschienen. In der neusten und bislang längsten Geschichte reist Fred, Sohn eines Berliner Archäologen und einer Restauratorin, mit seinem Vater nach Ägypten. Fred hat nicht nur ein Faible für Geschichte und Archäologie, offenbar hat er auch ein Gespür für den richtigen Augenblick. Den Augenblick nämlich, in dem sich Pforten in die Vergangenheit öffnen. Auch im vierten Abenteuer gerät Fred so am besonderen Ort in eine andere Zeit. Diesmal reist er in die Zeit des Pharaos Echnaton und dessen wunderschöner Frau Nofretete.

Jeder kennt diese Namen, jeder kennt die Büste Nofretetes mit dem wohl bezauberndsten Profil der Vergangenheit, kaum jemand weiß jedoch, für welch einen Umbruch in der Geschichte Ägyptens der selbstbewusste und selbstüberzeugte Pharao sorgte. Vor ihm glaubten die Ägypter an viele Götter, er stellte den Sonnengott Aton über alles andere, stampfte eine völlig neue Stadt ihm zu Ehren aus unberührtem Wüstenboden und verbot die Vielgötterei. Als seine Ära endete, endete auch sein Einfluss auf das Volk, und all die vielen zuvor geliebten Götter kehrten zurück, als sei nichts geschehen. Beinahe wären Echnaton und Nofretete völlig in Vergessenheit geraten, hätten Archäologen ihre faszinierende Geschichte nicht rekonstruieren können.

Das Geniale an Freds Geschichten ist, dass er stets mitten hinein reist in eine politisch wie kulturell brisante Zeit, dass er dort schnell Freunde in seinem Alter findet und mit ihnen ihren Alltag erlebt. So hautnah und gleichsam natürlich müsste man Geschichte immer nah gebracht bekommen. Nicht umsonst steckt in „Geschichte“ das Wort Geschichte.
Menschen, und das fängt bei Kindern an, spitzen die Ohren, wenn Geschichten erzählt werden. Je spannender und sympathischer, desto besser. Daten und Fakten sind nur wirklich von Interesse, wenn sie in eine Geschichte von dir und mir verwickelt sind. Dann gewinnen sie Profil und Spannung und dürfen auf Verständnis und Begeisterung stoßen. Dies ist Birge Tetzner wirklich ganz famos gelungen.

Sympathische Stimmen sprechen Freds Zeitreise-Abenteuer mit viel Gespür und Engagement und nehmen die Zuhörer so mit auf eine Reise, die prickelnd ist wie der Sand unter den Fingern eines behutsam freilegenden Archäologens.

Da die Geschichten von Fred wissenschaftlich fundiert sind, eignen sie sich auch in der Schule begleitend zum Geschichtsunterricht ganz großartig. Im Booklet finden sich viele zusätzliche Informationen zum Thema und unter http://www.ohrenspitzer.de/fileadmin/Hoerboegen/Fred_in_Pergamon.pdf kann weiteres Unterrichtsmaterial geladen werden.

 

Zu Leseweis gehts hier: https://www.facebook.com/Leseweis

 

Advertisements